Präsident sein ist alles

 

Als ein  Reinhard-Dieter Grindel

noch in seine Strampel-Windel

kackte, ahnte jedermann:

hier wächst was Besond‘res ran.

 

Schon als Schulkind wusste er:

Es muss etwas Großes her:

Graf, Pilot, Geheimagent,

Wunderheiler, Präsident.

 

Und dann nach dem Abitur

war er vollends in der Spur:

Präsident!!  Zu diesem Zweck

klotzte er sein Studium weg,

 

boxte sich durch jeden Mist:

Volksvertreter, Journalist.

Irgendwie war das zwar schick.

Doch er hefte den Blick

 

auf ein Ziel nur: Präsident.

Und weil er den Fußball kennt

von Victorias B-Junioren

und diversen Fernsehforen

 

und beim DFB die Türen

schief und krumm in den Scharnieren

hingen, und weil alles schmollte,

weil sie keiner richten wollte,

 

sprach man mit verhalt‘nem Lachen:

Bitte schön. Soll der ‘s mal machen.

Denn der guckt  ja sehr entschlossen,

und der rödelt unverdrossen.

 

Was er macht, das macht er beinhart.

Präsident sein liegt dem Reinhard.

Aber -  frag  ich nur mal so –

kann er das nicht anderswo?

 

Präsident könnt‘ er auch werden

bei der Hundestaffel Verden.

Präsident könnt‘ er auch sein

beim Rotenburger Sportverein.

 

Oder er versucht es  mal

beim Osterholzer Karneval,

Da wär er als Präsident

voll in seinem Element.

 

Klaus Pawlowski

Mit Bock auf besser!

 

Bunte Luftballons schweben in der Eingangshalle. Linker Hand stehen eine Rutsche, ein Kletterbaum und eine Kiste mit lustigen Gummibällen für die Besucher von acht bis achtzig zum fröhlichen Spielen bereit. Rechts, wo sich auch das Katzenklo befindet, laden weiche Sessel und Sofas ein, entspannt in den ausliegenden Broschüren zu blättern und sich auch sonst keine Gedanken zu machen: Wir sind in der modern aufgemöbelten, mehrheitsfähig für alle Menschen geöffneten Bundeszentrale der Grünen in Berlin.

  Überlebensgroße Plakate hängen hier und in den Gängen: Robert Habeck im Januar 2018, wie er beim Stagediving den Delegierten des Parteitags zu Kopfe steigt, die Menschheit darf hoffen. Annalena Baerbock mit ihren zwei Kindern, von denen sie die Erde nur geliehen hat, beim Unterzeichnen des Mietvertrages, alles wird gut. Habeck am Strand, nach allen Seiten offen, mit weit aufgemachten Armen und groß aufgedrehten Augen lächelnd auf den Betrachter zulaufend, eins mit der Welt. Baerbock beim Verzehr eines exklusiven Milchkaffees aus hochpreisigen äthiopischen Hochlandzwergbohnen, man muss auch Opfer bringen. Ein Türrahmen, der sich lässig an Habeck, mit Dreitagebart und in ausgebeulten Jeans, lehnt, die Zukunft ist schön.

  Annalena Baerbock und Robert Habeck – die grüne Partei hat sich mit diesen einladend freundlichen Gesichtern oben herum neu erfunden, hat sich nach dem Ende der Flügelkämpfe neu sortiert und ist nun gut aufgestellt für die anrollenden spannenden Aufgaben, um auf Augenhöhe mit den Menschen die Welt ein bisschen besser zu machen und wieder Vertrauen in die Politik und die liberale Demokratie zu schaffen und mit Engagement und Interesse und Zugewandheit zu den Menschen die Menschen dort abzuholen, wo sie sind, niemand soll einsam sein.

  Habeck, 1969 in Lübeck, und Baerbock, 1980 in Hannover auf diese schöne Welt gekommen, sind die Richtigen. Baerbock zog nach einem zielorientierten Studium der Politik und des öffentlichen Rechts einschließlich eines Abschlusses an der London School of Economics passgenau als Referentin der Grünen-Fraktion in Straßburg und anschließend in Berlin ein, bevor sie, voll ausgereift, selbst ein Bundestagsmandat ersteigern durfte und weiterhin keinen richtigen Beruf von innen sehen muss.

  Habeck, der es in Germanistik und Philosophie zu einem netten Doktor brachte, war zeitweise Dichter. „kirchen gurgeln vom zerschellten tag / wellen klatschen um den kopf / ich sinke grundlos wie ich lag / licht streunert um den wasserschopf“, behauptete er in „aia angespült“, und „das licht atmet aus / muscheln nuscheln / rauschender applaus / büsche tuscheln“ registrierte er als aufmerksamer Beobachter in „einfach hin“, bevor Habeck an seinem Ausdruck arbeitete und ein mehrheitsorientiertes Deutsch lernte.

  2002 trat er den Grünen bei, wurde mit seiner gewinnenden Art sofort Kreisvorstandssprecher, übernahm dank seines sympathischen Wesens sogleich den Landesvorsitz, erhielt aufgrund seiner einnehmenden Persönlichkeit prompt den Fraktionsvorsitz in Kiel und bekam infolge seiner menschlichen Ausstrahlung ungesäumt einen Ministerposten, den er, nach dem Untergang der SPD, durch eine Koalition mit Wolfgang Kubicki von den anderen Liberalen und der CDU sicherte, um weiterhin die Menschen mitzunehmen und mit den Menschen zu versöhnen.

  Mit dieser Politik nun ganz Deutschland nachhaltig zu überziehen, darum geht es, seit Robert Habeck und Annalena Baerbock im Januar 2018 von einer randvoll begeisterten Menge zum neuen Führungsduo der Grünen ausgerufen wurden. Vorbei die Periode des Miesepeters Trittin und des Griesgrams Özdemir, ausgewischt die Ära des Schwarzmalers Hofreiter und der Schrulle Roth, verpufft die Epoche der Besserwisser Ditfurth und Trampert, die dem Kapitalismus den Strom abknipsen und Menschen gegen Menschen aufbringen wollten!

  Annalena Baerbock und Robert Habeck aber betreiben Politik auf Ballhöhe der Gegenwart und wollen anschlussfähig und sachorientiert an Beschlüssen, in denen sich alle Menschen wiederfinden, mitwirken und treten der Spaltung unserer demokratischen und grundguten Gesellschaft entschieden entgegen. Annalena Baerbock und Robert Habeck haben nämlich eine Vision, die Vision von einer Welt, in der wir alle uns zusammenhalten: das Land ein großer Kiez, die Gesellschaft eine einzige Familie und das Leben eine ewige Kinderstube, wo Fehlverhalten dank besserer Einsicht künftig unterbleibt. Okay? Dafür werden sich Annalena Baerbock und Robert Habeck einsetzen und die vorhandenen Spielräume nutzen und breit Akzeptanz schaffen und auch einen neuen Patriotismus leben, wir sind dabei!

  Yeah, in diesen krass politischen Zeiten, ja gerade in dieser Schwere der Zeiten haben Annalena Baerbeck und Robert Habock, Entschuldigung: haben Baerbock und Habeck einfach Bock auf besser, wollen ab in die Zukunft, denn gestern war schon! Damit packten sie die Massen auf dem Startkonvent der Grünen im April 2018, und damit werden sie durchstarten, weil sich in ihnen und mit ihnen die Grünen als progressive Kraft der linken Mitte und linke Kraft der progressiven Mitte verstehen, die aus der Mitte der Gesellschaft in die Mitte der Gesellschaft zielt und durchstartet.

  Annalena Baerbock und Robert Habeck setzen dabei zeitnah auf das Machbare im Möglichen als das möglicherweise Machbare: weniger mehr Gülle, weniger mehr Dünger, weniger mehr Tierversuche, weniger mehr Pestizide, weniger mehr Giftmüll, weniger mehr Agro-Gentechnik, weniger mehr Verbrennungsmotoren, weniger mehr Klonen von Menschen und überhaupt weniger mehr Böses, das wird was.

  Und nicht, indem man den Zeigefinger zum Fenster heraushängt! Ein besonders schönes Poster in der Bundesgeschäftsstelle der Grünen führt vor Augen, wie man die Menschen in der Politik richtig anspricht, es zeigt Robert Habeck mit seiner Frau Andrea Paluch und den vier Söhnen am Mittagstisch vor dampfenden Tellern Spaghetti, weil man Geld nicht essen kann.

  Robert Habeck, „der Kennedy von der Waterkant“ („Diepholzer Wochenblatt“), „der Macron aus Kiel“ („Rüsselsheimer Blitz“), und Annalena Baerbock, „die grüne Merkel“ (TV Quickkauf): Spätestens seit dem Startkonvent, auf dem sie locker und humorvoll das Publikum entertainten und ihr Programm performten, wissen die Menschen, dass die neue grüne Politik ein Spaß für alle ist. Ein letztes Plakat in der Bundeszentrale beweist es: Annalena Baerbock und Robert Habeck gut gelaunt beim Pflanzen eines Apfelbäumchens einen Tag vor dem Weltuntergang. Man sieht sich!

Peter Köhler

 

 

Blick in den Medaillenspiegel
 
"Medaillenspieglein an der Wand!
Wie ist denn der Medaillenstand?
Sind wir noch immer ganz, ganz oben?
Hat sich auch keiner vorgeschoben?"​

​"O Deutscher, der du da so fragst
und bei den Rodlern überragst,
dergleichen bei den Biathleten
viel besser dastehst als die Schweden!

Doch neben Schweden liegt ein Land,
das leider nach dem neuesten Stand
als Volk von grad mal fünf Millionen
ganz vorne liegt bei den Nationen."​

"Heda, das kann ja wohl nicht sein!​
Sind die auch alle kraftstoffrein?
Wenn da mal in den Langlaufkurven
nicht Trolle durch die Loipe schlurfen!"​

"Da sag ich mal als Spieglein nur
mit Blick auf Eis- und Loipenspur:
Der Wintersport ist laut Frau Holle
ja eh das Rendezvous der Trolle."​

 

 

 Reinhard Umbach​

 

 

 

 

 

 

 

  

 Köhler

 

 

 

 

 

 

 

  

 

 

 

 

 

Peter